In unseren Blogartikeln informieren wir Sie regelmäßig über Neuigkeiten und Produktinnovationen von FLACO – und halten Sie darüber auf dem Laufenden.
Autonome KSS-Versorgung durch modernste Akkutechnologie

Die moderne Zerspanung ist ein hochdynamisches Umfeld. Maschinen werden umgerüstet, Losgrößen variieren, und die Anforderungen an den Kühlschmierstoff (KSS) wechseln oft von Bauteil zu Bauteil. In diesem agilen Setup wirkt die klassische Suche nach der nächsten freien 230-Volt-Steckdose in der Werkhalle wie ein Relikt aus vergangenen Tagen. Wer heute Effizienz auf dem Shopfloor predigt, kommt an der dezentralen, energetisch autarken KSS-Versorgung nicht vorbei.
Akkubetriebene KSS-Mischgeräte haben sich vom simplen "Fass auf Rädern" zu hochkomplexen, mobilen Präzisionswerkzeugen entwickelt. Sie bringen die exakt benötigte Emulsion punktgenau an die Maschinenspindel – ohne quer durch die Halle gespannte Stolperfallen und ohne Abhängigkeit von einer starren Infrastruktur. Doch der wahre technologische Durchbruch dieser Geräte offenbart sich nicht auf den ersten Blick, sondern verbirgt sich unter der Haube: in der perfekten physikalischen Symbiose aus intelligenter Pumpensteuerung und modernster Batteriezellchemie.
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Konstante Präzision bei schwankendem Wasserdruck und sinkender Spannung
Um die technologische Leistungsfähigkeit moderner Mischgeräte zu verstehen, lohnt sich ein genauer Blick auf die tatsächlichen Volumenströme. Bei herkömmlichen, einfach konstruierten Systemen führt das ungeregelte Zusammenspiel von Wasser und Konzentrat schnell zu unbemerkten Schwankungen in der Fertigung.
Ein typisches Szenario im Hallenalltag sind Druckschwankungen im Wassernetz. Nimmt der Wasservolumenstrom ab, während die Anlage weiterhin stur dieselbe Menge KSS-Konzentrat fördert, steigt die Konzentration in der Emulsion unweigerlich an. Die erste Maschine am Morgen erhält vielleicht noch die exakt eingestellten 7 Prozent, während die Anlage im Laufe der Schicht schleichend mit 8 oder 9 Prozent überdosiert. Bereits diese kleine Abweichung treibt Ihre Konzentratkosten unnötig in die Höhe und kann zu verklebten Werkstücken und Maschineninnenräumen führen.
Wir schließen diese Fehlerquelle bei unseren Geräten technisch komplett aus. Die intelligente Sensorik in unseren Systemen misst und regelt permanent beide Parameter in Echtzeit – sowohl den Wasser- als auch den Konzentratvolumenstrom. Schwankt der Wasserdruck in der Leitung oder verändert sich der Ladezustand des Akkus, steuert die Elektronik den Antrieb der Pumpe sofort exakt nach.
Für Sie bedeutet das absolute Prozesssicherheit. Die eingestellte KSS-Konzentration bleibt an jeder Maschine vom ersten bis zum letzten Liter absolut stabil.
Maßgeschneiderte Energie für jedes Schichtmodell
Die Autarkie in der Halle steht und fällt mit der richtigen Energiequelle. Da eine inhabergeführte Dreherei im Einschicht-Betrieb völlig andere Anforderungen an die Logistik stellt als ein Automobilzulieferer im harten 24/7-Dauerlauf, gibt es in der KSS-Versorgung keine „One-Size-Fits-All“-Batterie. FLACO setzt daher auf zwei unterschiedliche, hochspezialisierte Akku-Architekturen, die sich exakt dem jeweiligen Schichtmodell anpassen.
AGM-Technologie für den verlässlichen Standard
In den Baureihen FLACO eco und pro schlägt ein Herz aus bewährter Absorbent Glass Mat (AGM)-Technologie, umgangssprachlich oft als Blei-Gel-Akku bezeichnet. Diese Akkus sind die robusten Arbeitstiere für den klassischen Einschicht-Betrieb.
AGM-Akkus zeichnen sich durch eine hohe Ausfallsicherheit und Kälteresistenz aus. Ihr optimaler Lebenszyklus sieht vor, dass sie über den Tag hinweg ihre Energie abgeben und nach Schichtende über Nacht schonend und vollständig wieder aufgeladen werden. Sie liefern über viele Stunden hinweg eine extrem konstante Leistung und sind zudem, wenn sie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben, durch etablierte industrielle Prozesse hervorragend recycelbar. Für Unternehmen mit festen Arbeits- und Ruhezeiten ist dies die wirtschaftlichste und zuverlässigste Art der mobilen KSS-Mischung.
LiFePO4-High-End-Zellen für den gnadenlosen Mehrschichtbetrieb
Stößt die klassische AGM-Technologie im dreischichtigen Dauerbetrieb an ihre logistischen Grenzen, schlägt die Stunde der FLACO max-Serie. Hier kommt Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4) zum Einsatz – der Goldstandard der industriellen Energiespeicher.
Während klassische Batterien durch ständiges „Kurzladen“ in den Pausen (den sogenannten Memory-Effekt oder Sulfatierung) massiv an Lebensdauer einbüßen, ist die LiFePO4-Zelle genau für dieses raue Umfeld gebaut. Ein Werker kann das Gerät in seiner 20-minütigen Kaffeepause bedenkenlos an die Steckdose hängen. Das System nimmt keinen Schaden, sondern saugt die Energie dank extremer Schnellladefähigkeit gierig auf. Ein komplett leerer FLACO max-Wagen ist in lediglich 1,5 Stunden wieder bei 100 Prozent Kapazität angelangt.
Zudem erlaubt die Lithium-Chemie eine weitaus tiefere Entladung. Während herkömmliche Akkus das System frühzeitig abschalten müssen, um die Zellen vor Tiefenentladung zu schützen, gibt der LiFePO4-Akku nahezu seine gesamte gespeicherte Energie an die Pumpe ab. Das Ergebnis ist eine logistische Freiheit, die Reichweitenangst in der Fertigungshalle endgültig obsolet macht.
Technik-Fokus: Warum Viskosität nach Ampere verlangt
Kühlschmierstoffe sind physikalisch anspruchsvolle Medien. Besonders moderne, hochviskose Konzentrate verändern ihre Zähigkeit bei Temperaturschwankungen teilweise deutlich. Steht das Konzentratfass an einem Montagmorgen im Winter in einer auf 12 Grad abgekühlten Halle, wird das Medium zäh wie Sirup. Um dieses viskose Fluid präzise durch die Leitungen zu fördern, muss die Verdrängerpumpe ein massives Drehmoment aufbauen. In einem solchen kalten Setup ziehen beide Motoren, also Wasser- und Konzentratpumpe, Stromstärken von bis zu 20 Ampere aus dem Akku. Ein schwach dimensioniertes Batterie-Setup würde unter dieser Last sofort in die Knie gehen und die Steuerungsebene aufgrund von Unterspannung abschalten (Brownout). Die FLACO-Geräte sind exakt für diese extremen Stromspitzen ausgelegt. Die Kombination aus industrieller Verkabelung, aktiver Leistungsregelung und Hochstromzellen garantiert, dass selbst zähe Konzentrate mit Viskositäten bis zu bis 300mm²/s prozesssicher verarbeitet werden.
Verlässliche Ausdauer für die Schichtplanung
Wenn wir über mobile KSS-Mischgeräte sprechen, ist die entscheidende Kennzahl für den Planer die Literleistung pro Akkuladung. Hier liefert die FLACO-Technik klare und belastbare Parameter für die Logistik in der Halle. Die Reichweite definiert sich dabei über das gewählte Gerätekonzept:
Die vollmobile Unabhängigkeit
Bei Geräten, die sowohl das KSS-Konzentrat als auch das Wasser in eigenen Tanks mitführen, muss der Akku die gesamte Förderarbeit leisten.
- Die Modelle der eco- und pro-Serien ermöglichen in diesem autarken Modus die Anmischung von 400 Litern KSS-Emulsion pro Akkuladung. Das reicht für die reguläre Versorgung mehrerer Werkzeugmaschinen in einer typischen Schicht aus.
- Das Modell der max-Serie mit seinem LiFePO4-Kraftpaket vervierfacht diese Leistung. Mit einer einzigen Akkuladung werden hier 1.600 Liter Emulsion gemischt und verpumpt.
Die hybride Ausdauer
Eine signifikante Leistungssteigerung erfahren die Akkus bei den FLACO ST-Modellen (Stationär angebundene Mobilgeräte). Diese Wagen haben lediglich das Konzentrat an Bord und werden per Schlauch an das lokale Wassernetz der Halle angeschlossen. Da der Leitungsdruck des Wassernetzes genutzt wird, benötigt das Gerät keine Energie für eine Wasserpumpe – der Akku muss lediglich die Elektronik und die Konzentratpumpe antreiben.
In dieser Konfiguration leistet bereits das ST-pro-Modell mit AGM-Akku 3.000 Liter Emulsionsvolumen, bevor das Ladekabel benötigt wird. Das Flaggschiff der Flotte, der ST max mit Lithium-Technologie, spielt in einer eigenen Liga. Er mischt 6.000 Liter KSS am Stück an. Um diese Zahl in den Kontext der Praxis zu setzen: Das entspricht der kompletten Neubefüllung von zehn bis fünfzehn großen CNC-Bearbeitungszentren – und das mit einer einzigen Batterieladung.
Fazit: Autarkie als Treiber der Prozesssicherheit
Die Entscheidung für ein akkubetriebenes KSS-Mischgerät ist der bewusste Schritt hin zu einer flexiblen, sauberen und vor allem prozesssicheren Fertigungsumgebung. Die moderne Batterietechnologie befreit die Instandhaltung von den Fesseln stationärer Leitungen und garantiert, dass jeder Maschinenbediener unabhängig vom Standort stets Zugriff auf perfekt dosierte Emulsion hat.
Dank der intelligenten Entkopplung von Akkuspannung und Pumpenleistung durch die FLACO-Sensorik gehört das Risiko schleichender Unterdosierung der Vergangenheit an. Ob Sie nun konventionelle oder anspruchsvolle synthetische Kühlschmierstoffe einsetzen: Die Hardware ist stark genug, um die Viskosität zu besiegen, und intelligent genug, um die Chemie exakt im Gleichgewicht zu halten.
Welches Energiekonzept treibt Ihre Fertigung am effizientesten an?
Die Wahl zwischen robuster AGM-Ausdauer für den Einschicht-Betrieb und rasanter LiFePO4-Performance für den 24/7-Dauerlauf hängt maßgeblich von Ihren individuellen Hallenprozessen ab. Lassen Sie uns gemeinsam Ihren Bedarf analysieren und die KSS-Logistik in Ihrem Unternehmen auf das nächste technologische Level heben.
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FAQ zum Akkubetrieb von KSS-Mischern
Wie lange ist die reale Lebensdauer (Zyklenfestigkeit) der verbauten Industrie-Akkus?
Die Lebensdauer wird in Ladezyklen gemessen und hängt maßgeblich von der Zellchemie und dem Nutzungsverhalten ab. Die in der eco- und pro-Serie verbauten AGM-Akkus sind bei fachgerechter Pflege (wie dem vollständigen Aufladen über Nacht) für eine zuverlässige und langjährige industrielle Nutzung im Einschicht-Betrieb ausgelegt.
Die LiFePO4-Zellen der max-Serie zeichnen sich durch eine nochmals deutlich höhere Zyklenfestigkeit aus. Da die Lithium-Technologie keinen Memory-Effekt kennt, schaden ständige kurze Zwischenladungen nicht, was die Lebensdauer der Batterie im harten Mehrschichtbetrieb maximiert.
Was passiert mit dem Mischgerät während der Betriebsferien - Thema Tiefenentladung?
Ein gefürchtetes Problem bei Akku-Geräten in der Industrie ist die Tiefenentladung während längerer Standzeiten (z. B. über den Jahreswechsel). Bei den AGM-Modellen von FLACO sorgt der in der Steuerung integrierte Laderegler in Kombination mit dem 230-V-Netzteil für eine automatische Ladeerhaltung – das Gerät kann bedenkenlos wochenlang am Netz bleiben, ohne zu überladen. Die LiFePO4-Akkus der max-Serie sind bauartbedingt ebenfalls extrem robust. Da die Lithium-Technologie keinen Memory-Effekt kennt, nehmen die Zellen auch bei unregelmäßigen Ladezyklen oder längeren Pausen keinen Schaden und sind für den harten Industriealltag bestens gerüstet.
Beeinträchtigen winterliche Hallentemperaturen die Akkuleistung?
Kälte beeinflusst jede Batteriechemie. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt verlangsamen sich die chemischen Reaktionen im Akku, wodurch die temporär abrufbare Kapazität sinkt. Gleichzeitig steigt die Viskosität des KSS-Konzentrats, was den Pumpenmotor stärker fordert. Das FLACO-System kompensiert diese doppelte Belastung: Die Elektronik priorisiert die exakte Volumenstromregelung der Pumpe über die Reichweite. Das bedeutet: Selbst wenn der Akku durch extreme Kälte früher ans Netz muss, bleibt das Mischverhältnis des ausgegebenen KSS absolut kompromisslos bei dem eingestellten Wert.
Ist die digitale TRGS 611-Dokumentation auch bei fast leerem Akku ausfallsicher?
Für die rechtskonforme Dokumentation nach TRGS 611 müssen Menge, Konzentration und Zeitpunkt exakt erfasst werden. Die digitalen Steuereinheiten der FLACO pro- und max-Serien übernehmen dies automatisch beim Abfüllvorgang. Anstatt manuelle Listen an jeder Maschine zu führen, protokolliert das System die relevanten Mischdaten digital. Das reduziert den administrativen Aufwand für den Instandhalter erheblich und minimiert Fehler bei der Dokumentation.
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