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FLACO Mischsysteme: Technische Unterstützung für ein sicheres KSS-Handling

In der metallverarbeitenden Industrie führen Hauterkrankungen die Statistik der Berufskrankheiten seit Jahren an. Der tägliche Umgang mit wassergemischten Kühlschmierstoffen stellt eine enorme Dauerbelastung für die menschliche Hautbarriere dar. Die meisten Betriebe reagieren darauf defensiv: mit Handschuhen, Hautschutzplänen und Cremes. Diese persönliche Schutzausrüstung ist unverzichtbar, greift aber oft zu spät – nämlich erst dann, wenn der Kontakt bereits stattfindet.
Präventiver Arbeitsschutz muss früher ansetzen. Nach dem etablierten TOP-Prinzip (Technisch vor Organisatorisch vor Persönlich) hat die technische Eliminierung der Gefahrenquelle Vorrang. Das Ziel ist es, den Kontakt mit dem Gefahrstoff konstruktiv zu unterbinden, statt ihn nur abzumildern.
Geschlossene Mischsysteme für Kühlschmierstoffe dienen hier als primäre Barriere. Sie verhindern Expositionsspitzen beim kritischen Anmischen und senken das Risiko einer Sensibilisierung durch technische Prozesssicherheit signifikant.
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Der pH-Wert-Konflikt: Saure Hautbarriere gegen alkalische Prozesschemie
Die Notwendigkeit technischer Schutzmaßnahmen ergibt sich aus der Biochemie. Die menschliche Haut besitzt einen Hydrolipidfilm, den sogenannten Säureschutzmantel, der sich im pH-Bereich von etwa 5,5 bewegt. Er sichert die Integrität der Hornschicht und wehrt mikrobielle Erreger ab.
Kühlschmierstoffe müssen dagegen zwingend alkalisch sein. Nur pH-Werte zwischen 8,8 und 9,3 garantieren stabile Emulsionen und verhindern Korrosion an den Werkstücken.
Trifft die alkalische Emulsion dauerhaft auf die ungeschützte Haut, finden Neutralisationsprozesse statt. Die Folgen: Die Hornschicht quillt auf, Hautfette werden ausgewaschen. Die natürliche Barriere wird durchlässig, Schadstoffe dringen in tiefere Hautschichten ein. Da sich der pH-Wert des Kühlschmierstoffs technisch nicht senken lässt, bleibt nur die konsequente Kontaktvermeidung als wirksamer Hebel.
Vermeidbare Hautbelastung: Die Risiken der manuellen KSS-Dosierung
Für eine fachgerechte Risikobeurteilung muss man zwischen der verdünnten Anwendungsemulsion in der Maschine und dem reinen Konzentrat unterscheiden. Während die fertige Emulsion zu einem überwiegenden Teil aus Wasser besteht, stellt das Konzentrat die reine chemische Wirkstoffbasis dar. Das Reizpotenzial dieser unverdünnten Substanz ist um ein Vielfaches höher als der fertig angemischte Kühlschmierstoff.
Ein Blick auf die Sicherheitsdatenblätter verdeutlicht die Gefahr: Herkömmliche Konzentrate sind in der Regel als reizend gekennzeichnet. Bei Vollsyntheten verschärft sich die Situation oft nochmals, diese Wirkstoffe tragen häufig das Gefahrensymbol „Ätzend“. In der Praxis ist das manuelle Anmischen von Hand der kritischste Moment im gesamten Prozess. Werden solche Konzentrate offen aus Kanistern geschüttet oder manuell verrührt, lassen sich Spritzer auf Unterarmen und Kleidung kaum vermeiden. Dieser kurzzeitige Kontakt mit der hochkonzentrierten Chemie wirkt häufig als initialer Auslöser für eine Sensibilisierung – eine immunologische Reaktion, bei der das Immunsystem künftig schon auf kleinste Spuren des Stoffes mit Entzündungen antwortet.
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Geschlossene Systeme: Technische Kapselung statt manueller Eingriffe
Ein FLACO Mischsystem sorgt dafür, dass das aggressive Wirkstoffkonzentrat vom Fass bis in die Maschine in einem geschlossenen Kreislauf bleibt. Während der Kontakt mit der verdünnten Emulsion direkt an der Werkzeugmaschine oft prozessbedingt bestehen bleibt, lässt sich die Berührung mit dem unverdünnten Konzentrat beim Befüllen technisch verhindern.
Die Systeme setzen genau an dieser kritischen Schnittstelle an. Das Konzentrat-Fass muss weder geöffnet noch gekippt werden. Stattdessen wird eine Sauglanze fest mit dem Fass verschraubt, die über dichte Schnellkupplungen mit dem Gerät verbunden ist. Der Mitarbeiter bedient lediglich diese Anschlüsse und kommt mit der chemischen Substanz selbst nicht mehr in Berührung.
Das eigentliche Mischen findet im Inneren des FLACO Geräts statt. Von dort aus wird die fertige Emulsion durch einen geschlossenen Schlauch direkt in den Maschinentank gefördert. Das System sorgt dafür, dass ein besonders riskanter Teil der täglichen Belastung – das händische Hantieren mit unverdünnten Wirkstoffen – aus dem Arbeitsalltag verschwindet.
Chemische Belastung durch exakte Konzentrationswerte minimieren
Neben der rein mechanischen Kontaktvermeidung leistet die automatisierte Dosierung einen entscheidenden Beitrag zur physiologischen Entlastung der Haut. In der täglichen Werkstattpraxis unterliegen manuelle Mischvorgänge erheblichen Schwankungen. Häufig wird die Emulsion bewusst etwas fetter angesetzt, um vermeintliche Sicherheitsreserven für den Korrosionsschutz oder die Standzeit der Werkzeuge zu schaffen.
Aus arbeitsmedizinischer Sicht ist diese Praxis kritisch zu bewerten. Eine Erhöhung der Konzentration von den empfohlenen 8 Prozent auf beispielsweise 12 Prozent bedeutet nicht nur einen höheren Materialverbrauch, sondern steigert die Alkalität und die Additivlast der Emulsion über das technisch notwendige Maß hinaus. Da die Reizwirkung vieler Inhaltsstoffe direkt von ihrer Konzentration abhängt, wird die Hautbarriere bei jeder Berührung unnötig stark strapaziert. Eine dauerhaft überdosierte Emulsion beschleunigt die Entfettung der Hornschicht und fördert die Entstehung chronischer Abnutzungsekzeme.
Automatisierte Mischsysteme von FLACO arbeiten mit fest eingestellten und reproduzierbaren Verhältnissen. Sie stellen sicher, dass die chemische Belastung konsequent auf dem Niveau bleibt, das für den stabilen Fertigungsprozess erforderlich ist. Die Technik garantiert somit, dass der Grundsatz, so viel Wirkstoff wie nötig und so wenig Belastung wie möglich einzusetzen, im Arbeitsalltag dauerhaft eingehalten wird.
Die Grenzen technischer Barrieren im Umgang mit Kontaktallergien
Ein technisches Mischsystem ist ein hocheffektives Werkzeug zur Prävention, jedoch kein Ersatz für medizinische Konsequenzen bei bereits bestehenden Erkrankungen. Liegt bei einem Mitarbeiter bereits eine nachgewiesene Kontaktallergie gegen einen spezifischen Inhaltsstoff vor, reicht die bloße Kontaktminimierung am Mischgerät nicht aus. Da Berührungen mit der Emulsion im weiteren Fertigungsprozess beim Werkstückwechsel oder bei der Maschinenreinigung unvermeidbar bleiben, führt in solchen Fällen meist kein Weg an einer Substitution des Kühlschmierstoffs vorbei.
Hier zeigt sich jedoch der strategische Wert der Automatisierung. Der Wechsel auf ein neues, allergenarmes Produkt ist nur dann sinnvoll, wenn der Prozess absolut stabil bleibt. Die Mischtechnik von FLACO stellt sicher, dass das neue Medium exakt nach Herstellervorgaben angemischt wird und seine schützenden Eigenschaften voll entfaltet.
Gleichzeitig dient die technische Entkopplung vom Konzentrat als entscheidender Schutz für die restliche Belegschaft. Indem die Anlage verhindert, dass weitere Mitarbeiter mit unverdünnten Wirkstoffen in Berührung kommen, wird die Entstehung neuer Sensibilisierungen im Keim erstickt.
Prozessdesign als wirksamer Hebel für den Gesundheitsschutz
Klassische Hautschutzpläne sind in der Fertigung unverzichtbar, lösen das Problem jedoch nicht an der Wurzel. Eine effektive Prävention erfordert die konsequente Eliminierung systemischer Risiken. Das manuelle Hantieren mit offenen Konzentrat-Gebinden ist in einer modernen Fertigung ein Anachronismus. Geschlossene Mischsysteme transformieren das KSS-Handling in einen sauberen Prozess und leisten einen messbaren Beitrag zur Senkung berufsbedingter Ausfallzeiten.
Finden Sie das passende FLACO Mischsystem für Ihre Fertigung und stellen Sie Ihre KSS-Versorgung auf einen sauberen Prozess um. Unsere Experten beraten Sie gerne in einem persönlichen Gespräch.
FAQ: Hautschutz
Warum greift Kühlschmierstoff die Haut an?
Der natürliche Schutzfilm der Haut ist leicht sauer (pH 5,5). Kühlschmierstoffe sind technisch bedingt alkalisch (pH ca. 9,0). Dieser chemische Unterschied führt bei Kontakt dazu, dass der Schutzfilm neutralisiert wird. Die Haut quillt auf, verliert Fette und wird durchlässig für Schadstoffe.Was ist der Unterschied zwischen Reizung und Allergie?
Eine Reizung entsteht durch chemische Belastung (wie Alkalität) und betrifft bei Kontakt fast jeden. Eine Allergie ist eine spezifische Immunreaktion auf Inhaltsstoffe. Mischgeräte schützen primär vor der Entstehung einer Allergie, indem sie den Kontakt zum hochkonzentrierten Auslöser vermeiden.
Warum ist das Konzentrat gefährlicher als die Emulsion?
Im Konzentrat liegen die chemischen Wirkstoffe unverdünnt vor. Spritzer führen hier viel schneller zu einer massiven Reizung oder Aufnahme durch die Haut als die mit Wasser verdünnte Emulsion in der Maschine.
Wie verhindert Technik eine Überdosierung?
Durch präzise Dosierpumpen oder Proportionalmischer wird das Verhältnis von Wasser zu Konzentrat exakt eingehalten. Eine unbeabsichtigte Überdosierung, die die Haut unnötig belasten würde, ist systembedingt ausgeschlossen.
Ersetzt das Mischgerät die Schutzhandschuhe?
Nein, es ergänzt sie. Beim Teilewechsel an der Maschine bleibt der Kontakt bestehen, dort sind geeignete Handschuhe Pflicht. Die Technik eliminiert jedoch das Risiko beim Anmischen und Nachfüllen, wo bisher oft ungeschützt mit Konzentrat hantiert wurde.
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