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KSS Mischgerät kaufen: Worauf es ankommt – Vergleich & Empfehlungen

In der Zerspanung entscheiden oft wenige Prozentpunkte bei der Konzentration des Kühlschmierstoffs über Werkzeugstandzeiten, Bauteilqualität und Prozessstabilität. Trotzdem erfolgt die Versorgung moderner CNC-Bearbeitungszentren mit KSS vielerorts noch über einfache Proportionalmischer oder per Eimer.

Der Markt für KSS-Mischgeräte reicht von einfachen Venturi-Aufsätzen für das Fass bis hin zu mobilen Akku-Dosiersystemen mit digitaler Schnittstelle für die TRGS 611. Dieser Leitfaden erklärt, worauf Fertigungsleiter und Instandhalter beim Kauf achten müssen, vergleicht die Mischtechnologien und gibt Empfehlungen für verschiedene Hallenstrukturen.

Möchten Sie überlaufende Maschinentanks, schwankende Mischungsverhältnisse und unproduktive Wegezeiten in Ihrer Fertigung nachhaltig beenden? Lassen Sie sich unverbindlich beraten, welches KSS-Mischgerät zu Ihrem Maschinenpark passt.

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Passiver Venturi-Injektor vs. aktive Volumetrie

Bei der Anmischung wassermischbarer Kühlschmierstoffe stehen zwei grundlegende technische Ansätze zur Auswahl. Die Wahl des Dosierprinzips bestimmt maßgeblich, wie stabil die Emulsion im Betrieb bleibt.

1. Passive Venturi-Proportionalmischer

Klassische Venturi-Mischer nutzen den Wasserdruck der Leitung, um Konzentrat über eine Verengung durch Unterdruck anzusaugen.

  • Funktion: Rein mechanisch, ohne Stromanschluss und günstig in der Anschaffung.
  • Schwachstelle: Schwankt der Wasserdruck im betrieblichen Netz (etwa wenn Spänespülanlagen anlaufen), verändert sich das Mischverhältnis unkontrolliert. Bei zähflüssigen Konzentraten oder kühlen Hallentemperaturen im Winter stoßen Saugmischer zudem schnell an ihre Grenzen.

2. Aktive volumetrische Dosiersysteme

Volumetrische Systeme arbeiten mit einer aktiven Durchflussmessung und einer elektronisch gesteuerten Konzentratpumpe.

  • Funktion: Das Gerät misst das einfließende Wasservolumen permanent in Echtzeit und speist das Konzentrat über die Dosierpumpe exakt proportional ein.
  • Vorteil: Die eingestellte Zielkonzentration bleibt dauerhaft stabil – unabhängig von Druckabfällen im Wassernetz oder der Viskosität des Konzentrats.

Die wichtigsten Auswahlkriterien für KSS-Mischgeräte

1. Viskositätsbereich des Konzentrats:
Hochlegierte KSS-Konzentrate weisen oft hohe Viskositäten von über 100 bis 280 mm²/s auf. Das Mischgerät muss diese Zähigkeit auch bei niedrigen Hallentemperaturen verlässlich fördern.
2. Mobilität vs. Festeinspeisung:
Die Wahl hängt von den Hallenwegen ab: Wird eine autarke Einheit benötigt, die Wasser und Konzentrat direkt an Bord führt, oder reicht ein fester Anlaufpunkt an der Hallenwand?
3. Abschaltautomatik und Überlaufschutz:
Manuell bediente Ventile führen im Werkstattalltag regelmäßig zu überfüllten Maschinentanks. Automatik-Zapfventile mit Unterdruck-Abschaltung stoppen die Zufuhr mechanisch, sobald der maximale Füllstand erreicht ist.
4. Digitale Dokumentation nach TRGS 611 & DGUV 109-003:
Die gesetzliche Prüfpflicht verlangt den Nachweis von pH-Wert, Nitritgehalt und Ist-Konzentration. Systeme mit integrierter Freigabelogik schalten die Befüllung erst frei, wenn der Bediener die aktuellen Messwerte am Display eingegeben hat. Die Daten lassen sich per USB als CSV-Datei exportieren.
5. Trinkwasserschutz nach DIN EN 1717:
Bei Geräten mit direktem Wasseranschluss verhindert ein Systemtrenner, dass KSS-Emulsion in das betriebliche Trinkwassernetz zurückfließt.

Modellübersicht im Vergleich

FLACO bietet ein modulares Baukastensystem für unterschiedliche Hallengrößen und Logistikkonzepte:

Hier zur Tabelle

Welche Ausführung passt zu Ihren Hallenstrukturen?

Je nach Betriebsgröße, Hallenlayout und Schichtmodell stellen Werkstätten unterschiedliche Anforderungen an ihre KSS-Logistik:

Für kleinere bis mittlere Betriebe mit bis zu 10 CNC-Maschinen bietet der FLACO KSS 200/60 eco den idealen Einstieg. Er beendet das fehleranfällige Handmischen und sichert durch volumetrische Dosierung eine konstante Emulsionsqualität.

Auditierte Lohnfertiger, die eine lückenlose Dokumentation nach TRGS 611 nachweisen müssen, greifen zum FLACO KSS 200/60 pro. Hier ist die digitale Erfassung von pH-Wert, Nitrit und Konzentration direkt in die Befüllroutine integriert.

Stehen in weitläufigen Hallen bereits Wasseranschlüsse in den Fahrgängen zur Verfügung, spielt die ST-Hybrid-Serieihre Stärken aus: Das Gerät führt ausschließlich ein 200-Liter-Konzentratfass mit und mischt das Netzwasser vor Ort bei – das erlaubt die Abgabe von bis zu 3.000 Litern Emulsion ohne logistische Unterbrechung.

Im anspruchsvollen Mehrschichtbetrieb sorgt die MAX-Serie mit schnellladenden LiFePO4-Lithium-Akkus für unterbrechungsfreie Verfügbarkeit.

Sollen hingegen eng abgegrenzte Maschinenzonen zentral versorgt werden, bildet die stationäre FLACO KSS-MS proals Wandmontage die wirtschaftlichste Basis.


H2: Wirtschaftlichkeit & Amortisation

Professionelle Dosiersysteme rechnen sich im Betrieb meist nach wenigen Monaten. Verschiedene Aspekte sind für diese Entwicklung verantwortlich: 

1. Geringere Nebenzeiten: Das Befüllen mit automatischem Zapfventil erfordert keine ständige Überwachung. Die Fachkraft kann während des Befüllvorgangs an der Maschine weiterarbeiten.
2. Exakter Konzentratverbrauch: Die aktive Regelung verhindert ungewollte Überfettung durch Druckschwankungen im Wassernetz.
3. Konstante Standzeiten: Eine exakt eingehaltene Soll-Konzentration schützt die Werkzeugschneide vor thermischer Überlastung und beugt Korrosion vor.

Ein passendes KSS-Mischgerät senkt Kosten und erhöht die Prozesssicherheit

Ungepufferte Venturi-Mischer sind zwar in der Anschaffung kostengünstig, können im laufenden Betrieb jedoch Folgekosten verursachen. Schwankende Konzentrationen, überlaufende Maschinentanks und manuelle Wegezeiten beeinträchtigen die Prozesssicherheit und erhöhen den Aufwand im Arbeitsalltag. Ein aktives, volumetrisches Mischsystem sorgt dagegen für reproduzierbare Mischqualität, saubere Verkehrswege in der Halle und eine lückenlose Dokumentation gemäß TRGS 611.

Jeder Betrieb stellt unterschiedliche Anforderungen an die KSS-Versorgung. Deshalb analysieren wir Ihre Prozesse im Rahmen eines Vor-Ort-Termins oder eines digitalen Erstgesprächs und empfehlen Ihnen das KSS-Mischgerät, das zu Ihrem Maschinenpark und Ihren Anforderungen passt.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ein Venturi-Mischer durch eine Drossel gegen Druckschwankungen geschützt werden?

Eine Drossel mindert extrem hohe Druckspitzen, kompensiert jedoch keine Druckabfälle im betrieblichen Wassernetz. Fällt der Leitungsdruck ab, wenn andere Verbraucher zuschalten, bricht die Saugwirkung des Venturi-Prinzips ein und das Gemisch magert ab. Erst eine aktive Durchflussmessung mit geregelter Dosierpumpe stellt ein konstant beliebiges Mischverhältnis sicher.

Wie wird das KSS-Mischgerät nach TRGS 611/DGUV 109-003 kalibriert?

Das Einstellen der Zielkonzentration erfolgt digital über das Gerätedisplay. Das Gerät prüft den einfließenden Wasservolumenstrom und passt die Pumpe automatisch an. Bei Geräten der pro- und max-Serie muss der Bediener vor dem Befüllen die gemessenen IST-Werte (z. B. via Handrefraktometer ermittelt) am Display quittieren, damit die Sperrlogik die Befüllung freigibt.

Benötige ich für mobile KSS-Mischgeräte eine eigene Ladestation?

Nein. Die mobilen Einheiten der eco- und pro-Serie (AGM-Akkus) sowie der max-Serie (LiFePO4-Akkus) verfügen über integrierte Ladegeräte. Sie werden zum Aufladen einfach an eine handelsübliche 230-V-Steckdose angeschlossen.

Was passiert, wenn das Konzentratgebinde am Gerät leer ist?

Aktive Systeme verfügen über eine Niveauüberwachung im Konzentratbehälter bzw. an der Sauglanze. Sobald das Konzentrat zur Neige geht, schaltet die Steuerung den Befüllvorgang ab oder meldet den Leerstand im Display, um ein reines Nachfüllen von Wasser zu verhindern.

Ist für den Betrieb an der Wasserleitung ein Systemtrenner gesetzlich vorgeschrieben?

Ja. Nach DIN EN 1717 muss beim Anschluss von Mischeinrichtungen an das Trinkwassernetz sichergestellt sein, dass keine Emulsion oder Konzentrat durch Unterdruck in das Leitungsnetz zurückgesaugt werden kann. In professionellen KSS-Systemen ist ein entsprechender Systemtrenner ab Werk integriert oder als Anschlussmodul vorgesehen.

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