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TRGS 611 rechtssicher umsetzen: Digitale Prozessdaten statt fehleranfälliger Zettelwirtschaft

In vielen Fertigungshallen gehört das Klemmbrett an der Werkzeugmaschine noch immer zum Standardbild. Es dient der wöchentlichen Dokumentation gemäß der „Technischen Regel für Gefahrstoffe“ (TRGS 611). Diese Vorschrift regelt den Umgang mit wassermischbaren Kühlschmierstoffen und zielt primär auf den Gesundheitsschutz ab – insbesondere auf die Vermeidung krebserregender Nitrosamine. Die lückenlose Erfassung von Parametern wie pH-Wert, Nitritgehalt und Konzentration ist daher eine gesetzliche Pflicht für jeden Betreiber.

Im betrieblichen Alltag wird diese Aufgabe jedoch oft als administrative Last empfunden. Manuelle Listen sind fehleranfällig und halten einer tiefgehenden Prüfung durch die Berufsgenossenschaft oder Auditoren oft nicht stand. In einer modern vernetzten Fertigung wirkt dieser analoge Prozess ineffizient. Die Lösung liegt in der Digitalisierung: Moderne Misch- und Dosiersysteme von FLACO integrieren die Pflichtaufgabe „Messen“ direkt in den Arbeitsschritt „Befüllen“. Das verwandelt eine lästige Pflichtübung in einen validen Datensatz, der konform zur TRGS 611 ist und die Prozessqualität sichert.

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Strukturelle Schwachstellen der manuellen Datenerfassung

Ein zentrales Problem der papierbasierten Dokumentation liegt in der fehlenden Trennung von Historie und aktueller Messung. Hängt eine Liste an der Maschine, sind die Werte der Vorwochen für den Bediener sofort sichtbar. Dies begünstigt in hektischen Arbeitsphasen einen unerwünschten Effekt: Der Mitarbeiter orientiert sich an den bisherigen Einträgen. Da Veränderungen im Kühlschmierstoff (wie ein pH-Wert-Drift) visuell oft nicht erkennbar sind, werden die bekannten Werte häufig ungeprüft übernommen. Das bloße Abschreiben des Vorwerts wird zur Routine.

Diese Praxis verfälscht das Abbild des Ist-Zustands. Schleichende Veränderungen der Emulsionsparameter werden in der Dokumentation maskiert, bis der Prozess tatsächlich kippt. Dem Instandhalter fehlen dadurch valide Datenreihen, um Trends frühzeitig zu erkennen.

Die Software der FLACO-Systeme unterbindet diesen Effekt durch ein gezieltes Interface-Design. Das System verzichtet bei der Eingabe bewusst auf die Anzeige eines Referenzwertes oder der letzten Messung. Es gibt keinen visuellen Anker, an dem sich der Bediener orientieren kann. Um den Vorgang abzuschließen, muss der Mitarbeiter den Messstreifen oder das Refraktometer ablesen und den Wert neu in das System übertragen. Diese „Blind-Eingabe“ macht die Messung zu einem bewussten Akt und stellt sicher, dass die dokumentierten Zahlen auf realen Prüfungen basieren.

Standzeitverlängerung durch messwertbasierte Nachdosierung

Die Dokumentation nach TRGS 611 liefert die Datenbasis für die korrekte Nachdosierung von Kühlschmierstoffen. Eine präzise Datenerfassung des Ist-Zustands ist die Voraussetzung, um die Emulsion dauerhaft chemisch stabil zu halten.

Der Arbeitsablauf mit einem FLACO-System integriert diese Logik fest in den Prozess. Vor der Befüllung werden Konzentration und pH-Wert ermittelt und eingegeben. Basierend auf diesen Werten entscheidet der Bediener, ob eine Korrekturmischung notwendig ist – beispielsweise eine niedrigprozentige Dosierung bei verdunstungsbedingter Aufkonzentration oder eine höherprozentige Mischung bei starkem Austrag. Diese Vorgehensweise hält die Einsatzkonzentration konstant im definierten Soll-Fenster.

Dies hat direkte Auswirkungen auf die Biologie des Kühlschmierstoffs. Eine stabile Konzentration sichert einen ausreichend hohen pH-Wert im alkalischen Bereich, was das Wachstum von Bakterien und Pilzen hemmt. Zudem führt das gezielte Nachsetzen von Frischemulsion dem System kontinuierlich neue Wirkstoffe und Pufferkapazitäten zu. Die verfahrenstechnische Kopplung von Messung und Befüllung wirkt somit als präventiver Schutz vor dem biologischen Umkippen des Fluids, was längere Wechselintervalle ermöglicht und Entsorgungskosten reduziert.

Revisionssichere Dokumentation und Auditfähigkeit durch digitalen Datenexport

Bei Audits durch die Berufsgenossenschaft oder im Rahmen von ISO-Zertifizierungen ist die Ad-hoc-Verfügbarkeit valider Daten ein entscheidender Faktor. Die manuelle Konsolidierung handschriftlicher Listen bindet im Prüfungsfall nicht nur Kapazitäten, sondern birgt auch das Risiko von Übertragungsfehlern. Die FLACO Pro-Geräteserie ersetzt diesen analogen Aufwand durch eine digitale Datenerfassung. Der generierte Datensatz geht dabei über die reinen TRGS-Pflichtwerte hinaus und liefert ein detailliertes Abbild der gesamten Fluid-Logistik:

  • Zuweisung und Rückverfolgbarkeit: Jeder Datensatz ist mit einem Zeitstempel, der Bediener-ID und der spezifischen Maschinennummer versehen. Dies ermöglicht eine eindeutige Zuordnung von Verantwortlichkeiten und dokumentiert, wann genau an welcher Anlage durch welchen Mitarbeitenden Wartungsmaßnahmen durchgeführt wurden.
  • Volumen- und Konzentrationsdaten: Das System protokolliert exakt die nachgefüllte Menge sowie die gewählte Konzentration der Emulsion. Diese Parameter ermöglichen ein genaues Verbrauchsmonitoring. Abweichungen, etwa durch Leckagen oder unsachgemäße Entnahmen, werden so durch Plausibilitätsprüfungen in der Auswertung sichtbar.
  • Revisionssichere TRGS-Werte: Die vor der Befüllung erfassten Ist-Werte (pH-Wert, Nitritgehalt, aktuelle Tank-Konzentration) werden im Protokoll gespeichert. 

Der Export dieser Daten erfolgt über eine integrierte Schnittstelle. Das Gerät wird über eine USB-Verbindung ausgelesen, woraufhin die Daten im universellen CSV-Format bereitstehen. Dies ermöglicht den nahtlosen Import in Excel oder übergeordnete Instandhaltungs-Software. Der Sicherheitsbeauftragte kann so mit minimalem Aufwand lückenlose, filterbare Nachweise für jede Einzelmaschine erzeugen, die sowohl internen als auch externen Compliance-Anforderungen standhalten.

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Haftung und Gesundheit: Was nachlässige Dokumentation wirklich kostet

Die Frage nach den Kosten sollte sich hier nicht um das Gerät drehen, sondern um das Risiko, das man ohne digitale Absicherung eingeht. Die TRGS 611 ist Arbeitsschutz. Wird sie als „Papierkram“ abgetan, entstehen zwei konkrete Kostenfallen, die jeden Anschaffungspreis übersteigen.

Die erste Falle ist die Haftung. Hauterkrankungen sind die häufigste Berufskrankheit in der Metallbranche. Meldet ein Mitarbeiter Probleme, prüft die Berufsgenossenschaft sofort die Dokumentation. Sind die Listen lückenhaft oder offensichtlich „geschönt“ (immer gleiche Werte), gerät der Betreiber in Erklärungsnot. Ein digitaler, manipulationssicherer Nachweis schützt hier vor Regressforderungen und rechtlichen Konsequenzen.

Die zweite Falle ist der vorzeitige KSS-Wechsel. Die TRGS fordert die Messung von pH-Wert und Nitrit nicht zum Spaß, sondern weil sie Frühwarnindikatoren für den Zustand der Emulsion sind. Bei manuellen „Alibi-Listen“ werden kritische Abweichungen oft ignoriert oder übersehen. Die Folge: Der pH-Wert rutscht unbemerkt ab, Bakterien vermehren sich, und die Emulsion kippt um. Die dann fällige Entsorgung, Reinigung und Neubefüllung kostet tausende Euro und wertvolle Produktionszeit. Das FLACO-System zwingt zum genauen Hinschauen – und rettet damit die Emulsion, bevor es zu spät ist.

Fazit: Vom lästigen Zettel zum digitalen Asset

Die TRGS 611 bildet den gesetzlichen Rahmen für gesunde Arbeitsumgebungen und stabile Prozesse. Wer ihre Umsetzung jedoch auf handschriftliche Zettel an der Maschine beschränkt, riskiert Lücken in der Nachweisführung und verschenkt die Chance auf eine echte Prozesskontrolle. In einer modernen Fertigungsumgebung ist die manuelle Datenpflege ein Fremdkörper, der Fehler eher begünstigt als verhindert.

Mit den Systemen von FLACO wird die Einhaltung der Vorschriften vom separaten Arbeitsschritt zum integralen Bestandteil der Befüllung. Die technische Kopplung von Messung, Dosierung und Dokumentation schafft eine Validität, die manuell kaum erreichbar ist. Für Sicherheitsbeauftragte und Fertigungsleiter bedeutet dies einen Rollenwechsel: Sie müssen keinen fehlenden Unterschriften oder unleserlichen Werten mehr hinterherlaufen, sondern können auf einen auditfähigen Datenpool zugreifen, der jederzeit verfügbar ist. Compliance entsteht so nicht durch Mehrarbeit, sondern durch kluge Prozesstechnik.

Möchten Sie Ihre KSS-Dokumentation auditsicher machen und den administrativen Aufwand minimieren? Lassen Sie sich jetzt zu den digitalen Funktionen der FLACO Pro-Serie beraten.

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FAQ: Häufige Fragen zur digitalen TRGS 611 Umsetzung

Warum gilt die manuelle Dokumentation als so fehleranfällig? 

Das Hauptproblem ist der „Faktor Mensch“. Aus Bequemlichkeit oder Zeitdruck werden oft Werte der Vorwoche abgeschrieben, anstatt neu zu messen. Da Papier geduldig ist, fallen diese Fehler oft erst auf, wenn die Emulsion bereits umgekippt ist oder ein Auditor Unstimmigkeiten bemerkt.

Welche Daten werden konkret für die Berufsgenossenschaft exportiert? 

Der CSV-Export liefert alle relevanten Parameter: Datum, Uhrzeit, Maschinennummer und Bediener-ID sorgen für die Zuordnung. Inhaltlich werden die Ist-Werte (pH-Wert, Nitrit, Konzentration im Tank) sowie die Prozesswerte (nachgefüllte Menge und Konzentration) ausgegeben.

Kann das System auch vollsynthetische Kühlschmierstoffe verarbeiten? 

Ja, die Geräte der FLACO Pro-Serie sind für den Einsatz moderner KSS ausgelegt. Laufende Feldtests und Materialprüfungen bestätigen eine sehr gute Beständigkeit gegenüber vollsynthetischen Konzentraten, sodass eine hohe Investitionssicherheit besteht.

Wie verbessert die Dokumentation die Hygiene im Tank? 

Durch die erzwungene Messung vor dem Befüllen wird der exakte Nachdosier-Bedarf ermittelt. Das präzise Halten der Soll-Konzentration stabilisiert den pH-Wert. Ein stabiler pH-Wert ist der effektivste Schutz gegen Bakterien- und Pilzbefall, was die Standzeit der Emulsion deutlich verlängert.

Wie kommen die Daten vom Gerät auf den PC? 

Die Geräte verfügen über eine Datenschnittstelle. Aktuell wird ein Laptop angeschlossen, der das Gerät als Massenspeicher erkennt, um die CSV-Dateien zu laden. Zukünftige Updates werden einen direkten Export auf USB-Sticks ermöglichen, um den Datentransfer noch flexibler zu gestalten.
 

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